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Lowa

Lowa-Geschichte

Mit „Hand“ und „Fuß“ fing alles an

Jetzendorf war 1923 mit rund 570 Einwohnern ein kleiner Ort beim Freyberg’schen Schloß, umgeben von einigen großen Bauernhöfen.

Die meisten Jetzendorfer verdienten ihren Unterhalt als Tagelöhner, Holzarbeiter oder Brauer im Schloßgut und in der Brauerei. Unten im Dorf betrieb Johann Wagner eine kleine Landwirtschaft mit Schuhmacherei. Tagsüber wurde gearbeitet, abends musiziert. Die Bläser und Streicher im Hause Wagner waren allseits bekannt!

Johann Wagners Söhne Lorenz, Hans und Adolf arbeiteten mit. Man ging auf die „Stör“ zu den Bauern, bis über 11/2 Stunden zu Fuß, das Werkzeug und den Leisten im Rucksack, den Schusterstuhl vor die Brust gebunden. Beim Bauern flickte man Schuhe oder stellte einfaches Schuhwerk her. Das Leder wurde vom Bauern gestellt. 11-12 Stunden dauerte ein Arbeitstag, auch der Samstag.

Lowa-Geschichte

Lern’ was, dann hast’ was!

Lorenz, Hans und Adolf Wagner schauten sich auch in anderen Werkstätten um und lernten das „Zwienähen“, eine Fertigungsart aus dem Gebirge.

Noch heute spricht man vom „Goiserer“, einem Haferlschuh, der seinen Namen Goisern dem oberöster-reichischen Salzkammergut verdankt. Zwei Paar Haferlschuhe schaffte ein Schuster pro Tag. Später drei Paar ohne Absätze, denn dafür gab es bald Maschinen. Die standen in der Scheune. Zum „Goiserer“ kamen bald „Bayern“ und „Allgäuer“ hinzu. LOWA wuchs. Schritt für Schritt.

Ein Zimmer beim Schneiderjackl und der Spitzboden im Wohnhaus wurden zu Werkstätten. Und Ende der 20er Jahre begann die Teilarbeit. Es gab Zwicker, Einstecher, Aufsohler und den Aufnäher. Der Rest wurde maschinell erledigt.

Lowa-Geschichte

Die ersten großen Investitionen.

1930/31 entstand das erste Fabrikationsgebäude. 15 Meter lang und 6 Meter breit.
Im Dachgeschoß waren die Schuhmacher untergebracht. Unter ihnen auch der Lehrling Sepp Lederer. Morgens mußte er den Ofen anheizen, Wasser zum Leder-Einweichen bereitstellen und die Schuhe der Meisterfamilie putzen. Damals zahlte man als Lehrling Lehrgeld. Eine Lehrstelle zu finden, war nicht leicht, zumal in einer so modernen Schuhmacherei wie LOWA. Es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise. Maschinen konnten aus der Konkursmasse gescheiterter Schuhmachereien erworben werden. Manche Anschaffung war aber nur durch den Zuverdienst als Musiker möglich. Und gute Musiker waren sie alle.

Ab 1933, nach Hitlers Machtergreifung, produzierte man in Jetzendorf Bergschuhe für Gebirgsjäger. Sie waren, wie schon vorher die Bergschuhe für den zivilen Bedarf, mit Durchziehnägeln beschlagen, aber wesentlich schwerer. Im Krieg mußten einige der mittlerweile 40 Schuhmacher LOWA verlassen. Nur wenige kehrten zurück. Die übrigen Mitarbeiter wurden zur Herstellung von Militärschuhen dienstverpflichtet. Als der Krieg zu Ende war, fing Lorenz Wagner wieder an.

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